Umwandlung von CO2-Emissionen in grünes Methanol, um Industrien zu dekarbonisieren.

Duisburg/Reykjavík, 23. März 2022. Die Duisburger Beteiligungsgesellschaft PCC SE und Landsvirkjun, der nationale Energieversorger Islands, haben eine Klimaschutz-Kooperation vereinbart. Die Unternehmen verpflichten sich in einem Memorandum of Understanding, gemeinsam die Möglichkeit zu untersuchen, die CO2-Emissionen der Siliziummetall-Anlage der PCC im Nordosten Islands abzuscheiden und zu nutzen. Ziel ist, diese Emissionen zu nutzen, um grünes Methanol zu produzieren, das fossile Energieträger in der Schifffahrt und in der Industrie ersetzen und damit zu deren Dekarbonisierung beitragen kann.

Grünes Methanol wird eine Rolle spielen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken

Methanol ist nicht nur eine flüssige Chemikalie, die in Tausenden von Produkten des täglichen Gebrauchs vorkommt, sondern grünes Methanol wird auch als vielversprechender alternativer Energieträger angesehen und hat insbesondere das Potenzial, eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Schiffsverkehrs zu spielen. Die Voraussetzungen für eine Herstellung von grünem Methanol in Island sind exzellent. Denn sie erfordert zum einen eine erneuerbare Kohlenstoffquelle, die mit der Siliziummetall-Anlage von PCC in Island gegeben ist, und zum anderen erneuerbaren Strom, wie ihn Landsvirkjun – vor allem in Geothermiekraftwerken – herstellt. Der Prozess der Methanol-Synthese erfordert die Zufuhr von reinem Kohlendioxid und von Wasserstoff aus einer Wasserelektrolyse, wobei die einzigen Nebenprodukte Sauerstoff und Wasser sind. Die Umwandlung von Kohlendioxid von einem Abfallstoff in eine wertvolle Ressource für die Industrie wird einen Beitrag dazu leisten, dem Klimawandel entgegenzuwirken und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

Die Siliziummetall-Anlage der PCC BakkiSilicon hf. in Island wird zu 100 % mit grünem Strom versorgt.

Siliziummetall wird in innovativen Lösungen für die Energiewende genutzt

Die PCC SE hat das Ziel, die Siliziummetall-Anlage ihrer Konzerntochter PCC BakkiSilicon hf. nahe Húsavík im Nordosten Islands klimaneutral zu machen, indem fossile Kohlenstoffreduktionsmittel in ihrer Produktion durch erneuerbare Alternativen ersetzt werden. Die Anlage nutzt zur sehr energieintensiven Siliziummetall-Herstellung ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Geothermie), sie emittiert allerdings dennoch jährlich etwa 150.000 Tonnen Kohlendioxid aufgrund der Art der chemischen Reaktion, die Quarzit (SiO2) mit einem Kohlenstoff-Reduktionsmittel zu Siliziummetall reduziert. Dieses emittierte erneuerbare Kohlendioxid aufzufangen und zur Herstellung von grünem Methanol zu nutzen, würde die CO2-Bilanz in der Schifffahrt und anderen Industriesektoren verbessern, die solche Energieträger verwenden, und zudem auch die CO2-Bilanz der Siliziummetall-Anlage der PCC über die CO2-Neutralität hinaus verbessern. Darüber hinaus spielt auch das von der PCC BakkiSilicon hf. hergestellte Siliziummetall bei Klimaschutz-Anwendungen eine wichtige Rolle. So ist die Verfügbarkeit von Siliziummetall Voraussetzung für den enormen Anstieg von Solarstrom in der Europäischen Union. Und Siliziummetall steigert auch als Anodenmaterial die Kapazität der nächsten Batteriegeneration, einer weiteren Schlüsselkomponente einer klimaneutralen Wirtschaft.

Peter Wenzel, Vorstandsvorsitzender der PCC SE:

„Wir sind bereit für den nächsten Schritt bei der PCC BakkiSilicon hf. und CO2-Emissionen aus unserer Produktion einzufangen, um sie für die Energiewende zu nutzen. Unser Betrieb ist bereits auf dem Weg zur CO2-Neutralität und die Produktion von grünem Methanol als Treibstoff in der Schifffahrt wäre ein Meilenstein.”

Hörður Arnarson, CEO von Landsvirkjun:

„Wir bei Landsvirkjun begrüßen die Gelegenheit, mit einem guten Kunden an einer grünen Lösung zusammenzuarbeiten. Die Energiewende ist dringend, vor allem im Verkehr. Wenn wir unseren erneuerbaren Strom dazu nutzen können, um bei PCC BakkiSilicon hf. grünes Methanol herzustellen, sind wir einer grünen Zukunft einen Schritt nähergekommen.”

Kurzportrait der PCC SE

Die PCC SE mit Hauptsitz in Duisburg ist die Beteiligungsholding der weltweit tätigen PCC-Gruppe mit mehr als 3.300 Mitarbeitenden. Die Konzerngesellschaften der PCC SE verfügen über Kernkompetenzen in der Produktion von chemischen Rohstoffen und Spezialchemikalien. Eine weitere starke Säule im Beteiligungsportfolio bildet die Containerlogistik. Als langfristig orientierter Investor konzentriert sich die PCC SE darauf, durch nachhaltige Investitionen die Unternehmenswerte ihrer Beteiligungen kontinuierlich zu steigern und beständig neue Werte zu schaffen. Die größten Chemieproduzenten der PCC-Gruppe sind die PCC Rokita SA, ein bedeutender Chlor-Hersteller und Osteuropas führender Produzent von Polyolen, sowie die PCC Exol SA, einer der modernsten Tenside-Produzenten in Europa. Die Konzerntochter PCC BakkiSilicon hf. betreibt in Island eine der modernsten und nachhaltigsten Siliziummetall-Anlagen weltweit. Gegründet wurde die PCC 1993 von Waldemar Preussner, Alleinaktionär der PCC SE, der heute den Vorsitz im Aufsichtsrat innehat. Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die PCC-Gruppe mit einem Konzernumsatz von rund 980 Millionen Euro ein EBITDA von knapp 200 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen belief sich 2021 auf rund 110 Millionen Euro. Weitere Informationen über die PCC finden Sie unter https://www.pcc.eu.